Hunde und Katzen leiden häufig an Zahnproblemen, die oft unbemerkt bleiben, bis sie ernste Folgen haben. Ein häufiges Problem ist Zahnstein, der durch Ablagerungen von Futterresten und Bakterien entsteht. Diese Plaque verhärtet sich mit der Zeit zu Zahnstein, der sich vor allem an den Backenzähnen und den Zähnen an der Vorderseite des Gebisses ablagert. Zahnstein ist mehr als ein kosmetisches Problem – er kann zu Entzündungen des Zahnfleischs (Gingivitis) führen und im schlimmsten Fall zu Parodontitis, einer schmerzhaften Entzündung des Zahnhalteapparats.
Bei Parodontitis wird das Gewebe, das den Zahn im Kiefer verankert, zerstört. Dies verursacht starke Schmerzen und führt dazu, dass betroffene Tiere nicht mehr richtig fressen können, ihr Verhalten ändert sich und sie können sogar aggressiv oder apathisch werden. In schweren Fällen müssen die betroffenen Zähne entfernt werden, um dem Tier Linderung zu verschaffen.
Wenn Zahnprobleme wie Parodontitis oder FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen) bei Katzen unbehandelt bleiben, können die Zähne bis zur Wurzel zerstört werden. FORL ist eine schmerzhafte Erkrankung, bei der die Zahnhartsubstanz von innen heraus zerstört wird. Betroffene Zähne müssen vollständig entfernt werden, da sie nicht mehr zu retten sind.
Die Zahnsanierung ist ein gängiger und notwendiger Eingriff, um die Zahngesundheit bei Hunden und Katzen zu erhalten. Da das Tier während des Eingriffs ruhig bleiben muss, erfolgt die Behandlung immer unter Narkose.
Nüchtern zur Klinik: Das Tier wird morgens in die Klinik gebracht. Es muss nüchtern sein, damit die Narkose sicher durchgeführt werden kann. Das bedeutet, dass das Tier mindestens 12 Stunden vor dem Eingriff keine Nahrung zu sich nehmen darf.
Narkose und Überwachung: Das Tier wird in Narkose gelegt, um jeglichen Stress und Schmerz während der Behandlung zu vermeiden. Während des gesamten Eingriffs wird das Tier sorgfältig überwacht – dazu gehören die Kontrolle der Herzfrequenz, der Atmung und anderer Vitalwerte.
Entfernung von Zahnstein: Zunächst wird der Zahnstein mit einem speziellen Ultraschallgerät (oft als Zahnsteinentferner oder Ultraschallscaler bezeichnet) entfernt. Diese Methode ist schonend und effektiv, um den Zahnbelag zu beseitigen und den Mundraum gründlich zu reinigen. Anschließend werden die Zähne poliert, um eine glatte Oberfläche zu schaffen, die neue Ablagerungen erschwert.
Zahnstatus und Röntgenbilder: Um den Zustand der Zähne und Zahnwurzeln genau zu beurteilen, werden Röntgenaufnahmen des Gebisses gemacht. Dies ist wichtig, um versteckte Probleme wie tiefe Wurzelentzündungen oder FORL bei Katzen zu erkennen, die mit blossem Auge nicht sichtbar sind.
Entfernung von Zähnen: Falls Zähne stark beschädigt sind oder FORL diagnostiziert wird, müssen diese Zähne entfernt werden. Dieser Schritt ist notwendig, um Schmerzen und weitere gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden.
Nachsorge: Schmerzmittel und Antibiotika: Nach der Zahnsanierung, insbesondere wenn Zähne entfernt wurden, erhält das Tier Schmerzmittel und oft auch Antibiotika, um Infektionen zu verhindern und die Heilung zu unterstützen. In den Tagen nach der Behandlung sollte das Tier mit weichem Futter gefüttert werden, damit die empfindlichen Stellen im Maul nicht gereizt werden.
Oft zeigen Tiere deutliche Anzeichen, wenn sie Zahnprobleme haben. Achte auf folgende Symptome:
Mundgeruch: Ein unangenehmer Geruch aus dem Maul ist oft das erste Zeichen von Zahnproblemen.
Schwierigkeiten beim Fressen: Wenn dein Tier weniger frisst oder nur auf einer Seite kaut, könnte es Zahnschmerzen haben.
Vermehrter Speichelfluss: Dies kann auf Schmerzen oder Entzündungen im Maul hinweisen.
Zahnfleischbluten oder -rötungen: Entzündetes Zahnfleisch ist ein Hinweis auf Zahnstein oder Parodontitis.
Verändertes Verhalten: Manche Tiere werden zurückhaltender oder aggressiver, wenn sie unter Zahnschmerzen leiden.
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